Uhrwerk

Offene Bücher

Ein Gespräch zwischen Freunden

“Es waren zwei, vielleicht drei. Definitiv die Arbeit von Weirdboys. Wir haben ein paar Spuren und meine Leute sind dran.”
Sergeant Wyfur versuchte sich zu einer Mischung aus Professionalität und Zuversicht zu zwingen, doch sein Freund der alte Pensionsbesitzer schien ihn gar nicht zu hören, sondern sah abwesend dem blassen Rauch seiner Pfeiffe zu, der in dünnen Fäden aus dem offenen Fenster floh.
“Vierzig Jahre…”, murmelte Nicholas Wren mit rauer Stimme, “Mona war dieses Jahr vierzig Jahre an meiner Seite, Wyfur.”
“Ich weiß, Nick. Ich war auf der Feier.”, erinnerte der Zwerg ihn.
Das Leder seines Sessels knarzte unter ihm, als er sich nach vorne lehnte. “Überlass das uns. Wir kriegen die Bastarde.Für Ivan, für Mona, für dich… Aber du darfst jetzt nichts unüberlegtes tun.”, ergänzte der Soldat mit einem flüchtigen Blick auf das lange, verzierte Gewehr, das an der Wand über Wren hing.
“Sie muss gewusst haben, dass was nicht stimmt. Meiner Mona macht niemand was vor. Wäre ich doch nur früher zurückgekommen…”
Er drehte sich um, ließ die Pfeiffe auf dem Fensterbrett liegen und die Asche kalt werden.
“Dann hätte ich jetzt drei Tote statt zwei hier liegen.”, führte Wyfur den Satz für ihn zuende, brachte es aber nicht über sich, die Zeitform zu korrigieren, in der sein Freund von seiner toten Frau sprach.
“Und jetzt soll ich nichts tun?!”, fuhr der alte Mann den Soldaten an. “Wie willst du die Mörder finden, mit allem was in der Stadt los ist?!”
“Du sollst nicht nichts tun du alter Narr, du sollst das tun, was du gut machst. Nicht das, was du mal gut gemacht hast. Ich brauche keinen Vigilanten, ich brauche die Namen aus Monas Buch. Ich brauch den Mann, der seine Augen in der ganzen Stadt hat. Überlass den Rest mir und meinen Leuten.”
Die grauen Augen des alten Pensionsbesitzers wanderten zwischen dem Zwerg und seiner Flinte hin und her und schließlich ging er entschlossen zu seinem Schreibtisch und zog ein mitgenommenes schwarzes Buch aus einer der Schubladen.
Mit flinken Fingern blätterte er durch die Seiten. “Du weißt, dass das kein Streit oder Zufall war, oder Sergeant? Das war eine offene Rechnung. Von jemandem, den unsere Regeln nicht interessieren.”, brummte Wrens zornige Stimme in die Stille zwischen dem leisen Kritzeln eines Stifts.
“Deutet alles drauf hin…”, bestätigte der Zwerg, ohne weiter darauf einzugehen, was für Probleme es machen würde, wenn der Mord an einer Freundin aus irgendeinem Grund eine Staatsangelegenheit war.
“Hier… die einzigen Gäste, die an dem Abend hier waren…Maxwell Dearheart, ‘n Zauberer von außerhalb, arbeitet für die Gilde und… Nishkar, Orksoldat, nicht mehr im Dienst, hat ‘nen mechanischen Arm, graue Haut.”
Wyfur nickte dankbar und notierte sich die Namen. “Zu diesem Dearheart haben wir bereits was. Kenneth und Lynn sind schon unterwegs um ihn zu finden und zu befragen. ”
“Gut. Schick mir einen Boten, wenn du mehr hast. Ich mach mich an die Arbeit…”, knurrte er entschlossen.

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ashtrails

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